Leitfaden zum Depot

Dieser Leitfaden soll euch Anregungen dafür geben, euer gemeinsames Stadtteildepot zu finden bzw. ein bestehendes richtig zu nutzen. Die untenstehenden Tipps resultieren aus den Erfahrungswerten anderer Solidarischen Gemeinschaften.

Die Depot – Organisation ist grundsätzlich eine Aufgabe, die die Mitglieder unter sich aufteilen. Jederzeit stehen wir euch helfend zur Seite und unterstützen euch wie z.B.: bei der Depotsuche, beraten euch bei der Organisation, treffen uns mit euch und für den Anfang sind wir mitunter auch mal mit vor Ort.

Anforderungen für den Raum:

  • Kühl (optimal 8 – 12 °C) und trocken, auch im Sommer
  • Ebenerdig oder im Keller
  • Dunkel oder schattig
  • Groß genug für Lagerung von Kisten und für den Aufenthalt mehrerer Personen
  • Abschließbar, aber begehbar für Mitglieder oder betreute Öffnungszeiten

Ausstattung des Depots:

  • Ein Regal, damit die Kisten nicht zugänglich für Nager auf dem Boden stehen
  • Ein Tisch
  • Eine Waage (übt Selbsteinschätzung)
  • Eine Pinnwand
  • Einen Mülleimer
  • Einen großen Besen
  • Handbesen und Kehrschaufel
  • Papier und Stift

Generelles zur Verteilung

Einmal in der Woche wird das Gemüse auf dem Hof geerntet, abgewogen und auf die Depots aufteilt. Liefertag ist Freitags von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr (Zeit nach 18.00Uhr bei jedem Depot variabel – muss aber vor Ort angekündigt werden). Bedingt durch Feiertage kann sich der Abholtag auch verschieben. Hierzu bekommt ihr rechtzeitig Bescheid.

In dem Depot schreiben wir die mit gelieferte Menge und Gemüseart an die Tafel und ihr wiegt euch euren Anteil selbst ab. Gewisse Gemüsesorten werden nach Stück oder Bund deklariert. Davon stehen pro EA jeweils 1 (wenn nicht mehr angegeben) zu.

Depotgröße:

Erfahrungen anderer SoLaWi Betriebe zeigten, dass Depots mit mehr als 15 – 20 Menschen sehr schnell anonym und chaotisch werden können. Die Menschen kennen sich nicht mehr alle persönlich und keiner fühlt sich verantwortlich. Deshalb empfehlen wir eine Depotgröße zwischen 10 – 15 Menschen. Ausnahmen bestätigen die Regel!

Was kann alles ein Depot sein?
In Frage kommen Keller, eine Garage, eine Gartenhütte etc. Was auch möglich wäre, sind Läden um die Ecke, wie z.B.: Buchläden, in Kulturzentren, in Wohnprojekten, in Lebensmittelläden, usw. usf. Hier kann ein gutes Argument sein, dass jede Woche Laufkundschaft vorbeikommt. Außerdem gibt es immer Anlass zu einem Gespräch mit den Kunden.

Das Wichtigste: Kommunikation!

Wir wünschen uns einen regen Austausch untereinander und auch mit uns als Betrieb. Hierzu können sämtliche Fragen und Anregungen als auch Verbesserungsvorschläge an uns getragen werden. Dies beruht auf Gegenseitigkeit, was heißt, dass wir uns auch aktiv mit euch in Verbindung setzen möchten.

Vor Ort wird jeweils eine Kiste stehen, die es euch ermöglicht Zettel hineinzulegen, die von uns bei der nächsten Lieferung geleert wird. Auch besteht nach wie vor der Mail Kontakt mit mir als Ansprechpartnerin (m.hesse@biogemuese-sachsen.de).

Wichtige Fragen zum Depot:

Wer hat den Schlüssel, wer macht auf und zu?

Jedes Depot kann individuell gesichert werden. Befindet es sich z.B.: in einem Keller/Garage, sind Zahlenschlösser eine gute Variante. Nur die Mitglieder kennen den Zahlencode. Wäre das Depot in einem Hinterzimmer in einem Laden untergebracht, dann kann das Gemüse auch nur zu den Öffnungszeiten abgeholt werden.

Wer kümmert sich um die Sauberkeit?

Hier wäre es schön, wenn jeder immer mal ein Auge auf den Allgemeinzustand richtet. Bewährt hat sich bei den anderen SoLaWi Depots ein Depot – Dienst der Reihum an der Reihe ist. Jeweils eine Person richtet es sich ein, erst kurz vorm Schluss seinen Anteil abzuholen, stellt dann die Kisten zusammen, fegt durch und schließt den Raum ab.

Wie gehen wir damit um, wenn jemand seinen Anteil nicht abholt?

Dies wäre gleich die „Belohnung“ für den Depot - Dienst. Die übrig gebliebenen Anteile oder wenn etwas mehr in den Kisten lag, kann mitgenommen werden. Was für den eigenen Bedarf zu viel ist, kann z.B. an Freunde oder Nachbarn weitergereicht werden. Vielleicht fällt euch noch eine andere Möglichkeit des Verwertens ein.

Woran sehen wir, wer schon abgeholt hat und wer noch kommt?

Wir werden Listen in den einzelnen Depots legen, auf die sich jedes Mitglied abhakt. Zum Ende hin ist es hilfreich, zu wissen wer noch alles nach mir sein Gemüse abholen kommt, gerade wenn nur noch wenige Anteile in den Kisten liegen.

Ich mag aber bestimmtes Gemüse nicht, was mache ich damit?

Hier wird vor Ort eine Tauschkiste bereitstehen. In diese kann der Anteil reingelegt werden, welcher nicht gewünscht ist. Die anderen Mitglieder können sich frei aus dieser Kiste bedienen.

Selbstverwaltung

Ziel ist ein solidarisches Denken. Wir als Betrieb zu unseren Mitgliedern und anders herum die Mitglieder untereinander D.h. es wäre optimal wenn sich alle untereinander kennen, für einander mitdenken und sich jede/r ein Stück weit verantwortlich fühlt.

  • Kann ich meinen Anteil nicht selbst abholen, schicke ich einen Ersatz oder der EA wird unter den Mitgliedern aufgeteilt.
  • Wurde der EA des jeweiligen Mitgliedes abgeholt, trage ich mich in die Liste ein! Somit weiß der Depot – Dienst wie viele das Depot noch anfahren bzw. noch zu erwarten sind und kann besser entscheiden, was mit den verbliebenen Anteilen/Gemüse wird.

Wir wünschen uns, dass das Projekt dahingehend für euch auch eine neue Möglichkeit ist sich näher kennen zu lernen, bei dem ein reger Austausch untereinander stattfindet, neue Freundschaften entstehen lässt und viele Ideen das ganze Vorhaben bereichern.